Von der Jungen Wirtschaft und schweren Geschützen
Wie jeden ersten Montag im Monat trafen sich auch am 1. Februar über 30 Ybbstaler Unternehmerinnen und Unternehmer und solche, die es einmal werden wollen, zu einer Betriebesbesichtigung im Rahmen des JW-Treffs.

Unter dem Motto „Man lernt nie aus“ besuchten die „Jungen Wirtschaftler“ die Waffenschmiede Steyr-Mannlicher in Kleinraming. Die internationale Geschäftstätigkeit, gepaart mit dem niederösterreichischen Standort und die Außergewöhnlichkeit des Unternehmensgegenstandes waren Grund genug, Steyr-Mannlicher genauer ins Visier zu nehmen.
Geschäftsführer Dr. Michael Engesser und der für technische Dokumentation und Patentwesen zuständige Ing. Friedrich Aigner stellten sich jeweils als Gruppenführer einer Jäger- sowie einer Nicht-Jäger-Gruppe zur Verfügung.
Die durchwegs interessierten und beeindruckten Besucher bekamen in der modernen Produktion Einblicke in die notwendige Präzision und Qualitätssic
herung der Waffenproduktion. Das Unternehmen unterscheidet bis heute zwischen zwei Ansatzpunkten: während in der historisch gewachsenen Jagdwaffenproduktion Ästhetik und Statussymbole immer noch eine tragende Rolle spielen, müssen moderne Behörden- und Millitärwaffen vor allem leicht transportierbar, praktikabel und funktional sein. Mit dem Attribut „Top Secret“ war auch die Besichtigung des hausinternen und hochsicheren Schießkanals verbunden, wo die Waffen auf 100 Meter „eingeschossen“, auf ihren Toleranzbereich hin geprüft und nach behördlicher Freigabe zertifiziert werden.
Auf den Spuren von Werndl, Schönauer und Mannlicher wurde der Jungen Wirtschaft die lange Geschichte der österreichischen Waffenproduktion anhand einer Vielzahl historischer und aktueller Militär- und Jagdwaffen im alt ehrwürdigen Waffensaal näher gebracht. Hier wurde
auch auf die damalige wirtschaftliche Bedeutung der Waffenindustrie, den Wirtschaftsstandort Steyr und die Markenbildung des heutigen Waffenproduzenten Steyr-Mannlicher eingegangen.
Einen gemütlichen Ausklang fand die treffsichere Runde in St. Ulrich, wo neben weidmännischem Fachsimpeln auch die Zukunftsplanung der Jungen Wirtschaft Amstetten noch eifrig anvisiert wurde. Und weil man das Ziel nie aus den Augen verlieren darf, wird die Junge Wirtschaft auch in Zukunft aktiv an niederösterreichische Unternehmen herantreten und um Einblicke in deren Erfolgsgeheimnisse bitten. In diesem Sinne – Weidmannsdank.
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